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Löcher auf der Erde

Die europäische Umweltagentur betreibt das Satellitenprogramm Copernicus mit dem sie Bodenveränderungen beobachtet. Der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe hat daraus für den Bodenbewegungsdienst eine sehr spannende Karte produziert, die deutlich die Bodenabsenkungen oder Hebungen zwischen 2014 und 2019 zeigt. Die Daten basieren auf SAR Daten der Copernicus Sentinel -1A und Sentinel-1B Satelliten, die die Erdoberfläche mit einer Wiederkehrzeit von 6 Tagen seit April 2014 (Sentinel-1A) bzw. April 2016 (Sentinel-1B) abtasten.

Folgeschäden des Kohleabbaus

Deutlich zu erkennen sind die Tagebaue im rheinischen Braunkohlerevier aber auch in der Lausitz. Hier sorgen die Tagebaue für eine deutliche Bodenabsenkung. Nicht nur durch die Abbautätigkeit an sich, sondern auch das dauerhafte Abpumpen von Grundwasser lässt die Bodenoberfläche absinken, was weitere Erosion durch Wind und Wasser befördert.

Deponien haben einen ähnlichen Effekt

Jenseits der Tagebau sorgen vor allem Gefahrenstoffdeponien für Bodenveränderungen. Hier sorgen Sanierungsbrunnen zum Abpumpen der gefährlichen Sickerwässer für ähnliche Mulden wie im Tagebau. Deutlich sichtbar zum Beispiel an der Gefahrenstoff -Deponie im pfälzischen Heßheim.

Starke Grundwasserentnahme

Starke Grundwasserentnahme für die Landwirtschaft sorgt am Niederrhein und südlich von Hamburg für weitere Absenkungen
Es gibt aber auch Bodenhebungen.

Bodenanstieg kann man aus dem All ebenso entdecken

Blau markiert erkennt man sie vor allem an der deutsch-französischen Grenze bei Saarbrücken und in der Nähe anderer aufgegebener Tagebaue im Rheinland. Die bereits aufgegebenen Tagebaue füllen sich langsam wieder mit Wasser und mit dem Wasser hebt sich der Untergrund.

Diese Karte dient vor allem dem Management von Oberflächengewässern. Bäche und Flüsse können bei sich hebender oder senkender Topografie ihren Lauf verändern. Für die Stadtplanung sind Daten zu den Bewegungen im Untergrund ebenso wichtig. Sie müssen bei der Ausweisung von Baugebieten beachtet werden. Bei ungeklärten Bodenabsenkungen oder Anhebungen, lohnt sich auf jeden Fall eine Nachfrage bei der zuständigen, unteren Bodenbehörde.

Weitere Infos

https://phys.org/news/2020-11-germany-motion.html

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