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Wissenschaft

Klima (wandelt) Boden (schutz)

Dass der Boden ein immens guter Klimaschützer ist, habe ich im Moorspecial schon erklärt. Der Klimawandel hat umgekehrt viel Einfluss auf den Boden und seine Leistungsfähigkeit und wie ihr euch denken könnt, keine guten.

Global Change Facility

Um die genauen Auswirkungen des Klimawandels auf landwirtschaftliche Böden zu untersuchen, betreibt das Helmholtz-Institut in Bad Lauchstädt, Sachsen einen Langzeitversuch. Die Global Change Experimental Facility.
Hier ist Mitte des Jahres ein sehr interessantes Papier zum Einfluss von verschiedenen Bewirtschaftungsmethoden und Klimaeinflüssen auf die Bodenlebewesen veröffentlicht worden.

Klimawandel und Intensivlandbau als tödliches Duo?

Die Forscher um Rai Yin und Nico Eisenhauer starteten mit der These, das Klimawandel und intensive Bewirtschaftung einen negativen Einfluss auf die Biomasse von Microarthopden (Springschwänze, Milben) haben und es eine Interaktion zwischen beiden Einflüssen geben könnte.
Dies ist vor allem wichtig um herauszufinden, welche Maßnahmen den voranschreitenden Klimawandel ausgleichen können. Eine Methode könnte der ökologische Landbau oder eine extensive Grünlandbewirtschaftung sein.

Dürre lässt Tiere schrumpfen

Ausgehend vom Bergmann’schen Gesetz, das besagt, dass Tiere ihre Größe bei steigender Temperatur reduzieren, ging man davon aus, dass dies bei Bodenlebewesen ebenfalls der Fall ist. Insbesondere bei Dürre konnte dieser Effekt bei einigen anderen Tierarten nachgewiesen werden. Man geht davon aus, dass sich die Tiere durch verringerte Größte besser an Dürrephasen angepasst sind, da ihr Stoffwechsel weniger Nahrung braucht. Reduzierte Körpergröße könnte negative Effekte auf die von ihnen geleisteten Ökosystemfunktionen, wie dem Nährstoffzyklus und als Kompostierer haben.

Ergebnis

Die Ergebnisse zeigen bei simuliertem Klimawandel von 0,6 °C dauerhafter Temperatursteigerung und veränderte Regenhäufigkeit (20 % im Sommer, +10 % im Herbst und Frühling), die Körpergröße der Mikroarthopoden um 10 % verringert. Insbesondere die Arten Oriatida, Mesostigmata und Sminthurdiae. Die Landnutzung hatte auf die Größte der Individuen keinen Effekt. Allerdings sank die Zahl der Mikroarthopoden im Vergleich von Grünland zu Acker, so dass eine verringerte Biomasse von 37 % festgestellt werden konnte.

Was bedeutet das ?

Das bedeutet, dass Ackerbau die Zahl der Microarthopoden verringert, der Klimawandel sie schrumpfen lässt. Ob der Acker konventionell oder ökologisch bewirtschaftet wird, und ob intensiv, extensiv oder mit Schafbesatz Grünland gemäht wurde, hatte auf die Zahl der Mikroarthopden oder ihre Größe, nahezu keinen Einfluss. Entsprechend sind ökologischer Landbau und extensive Bewirtschaftung ohne weitere Maßnahmen keine Lösung um Böden klimaresistenter zu machen.
Hier besteht weitere Forschungsbedarf um den starken Unterschied zwischen Acker und Grünland genauer klären und weitere Anpassungsmethoden finden zu können.

Kein tödliches Team aber zwei tödliche Einzeltäter

Weiterhin konnten festgestellt werden, dass Klimawandel und Ackerbau einen negativen Effekt auf die Biomasse haben, aber zwischen beiden Einflüssen keine interaktive Wirkung festgestellt werden konnte.

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