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Aktive Verbände und Bürgerinitiativen Schleswig-Holstein

Weniger ist mehr – Versiegelung stoppen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Schleswig-Holstein hat im August letzten Jahres ein von „BINGO – Der Umweltlotterie“ kofinanziertes Projekt zum Thema Flächenverbrauch in Schleswig-Holstein gestartet. Unter dem Titel „Weniger ist mehr – Versiegelung stoppen!“ soll das Thema Flächenverbrauch in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerückt werden. Neben der Erstellung eines Leitfadens für Kommunalvertreter:innen mit dem Schwerpunkt auf der flächensparenden Entwicklung von kommunalem Wohnungsbau, liegt der Fokus vor allem auf dem Austausch mit Politik, Verwaltung und anderen Akteur:innen aus Schleswig-Holstein.

Dazu wurde ein Gesprächskreis zum Themenkomplex Flächenverbrauch in Schleswig-Holstein initiiert. Es nehmen Verbände und Institutionen teil, die nicht nur aus ganz unterschiedlichen Bereichen des öffentlichen Lebens kommen, sondern auch eigene, branchenspezifische Blickwinkel auf das Thema Flächenverbrauch haben.

Teilnehmende sind u.a. Vertreter:innen von Bauernverband, Landwirtschaftskammer, Landesverband der Wasser- und Bodenverbände, Architekten- und Ingenieurskammer sowie Städteverband. Den Projektleiter, Merlin Michaelis habe ich um ein kleines Interview gebeten:


Das Thema Flächenverbrauch spielt bei der Ausweisung von Baugebieten bisher eine untergeordnete Rolle (Foto: Merlin Michaelis, BUND SH)

Was ist das Ziel deines Projekts?

Ziel ist es, die meist ehrenamtlich tätigen Entscheidungsträger:innen über das Thema zu informieren und die Folgen der aktuellen Flächenpolitik auf Natur und Klima sowie die sozialen oder ökonomischen Auswirkungen der zunehmenden Flächeninanspruchnahme darzustellen.

Darüber hinaus sollen geeignete Instrumente präsentiert werden, um dem ungebremsten Flächenfraß zu begegnen und Beispiele aus der Praxis vorgestellt werden, die bereits einen oder mehrere dieser Ansätze erfolgreich erprobt haben.

Außerdem soll durch die Vernetzung mit anderen Akteur:innen aus unterschiedlichsten Branchen aufgezeigt werden, dass es ein breites Bündnis im Land gibt, das das Problem erkannt hat und gemeinsam Druck auf Politik und Verwaltungen aufgebaut werden.

Wie ist der derzeitige Projektstand?

Der Leitfaden befindet sich nun in der Fertigstellung und soll im September an alle Mitglieder der zuständigen Ausschüsse in Schleswig-Holstein verschickt werden.

Zu diesem Anlass treten wir aktuell mit Kommunalpolitiker:innen aus allen Landkreisen in Schleswig-Holstein zusammen und führen Veranstaltungen vor Ort oder online durch. Dabei soll der Leitfaden vorgestellt werden, über das Thema Flächenverbrauch aufgeklärt und ein Austausch über mögliche Lösungsansätze und Herausforderungen in der kommunalen Praxis angestoßen werden.

Das Projekt ist unterdessen um zwei weitere Jahre verlängert worden, sodass wir weiter an unseren Zielen Arbeiten können und über das Thema Wohnungsbau hinaus auch Aspekte des Gewerbebaus und der Infrastruktur im Zusammenhang mit Flächenverbrauch thematisieren können.


Zur Reduzierung des Flächenfraßes ist eine konsequente Innenentwicklung, die Aspekt der Klimaanpassung und der städtischen Ökosysteme berücksichtigt unabdingbar. In kleinen wie großen Kommunen sind so z.B. häufig Potenziale für eine Aufstockung von Wohnungsbestand vorhanden (Foto: Merlin Michaelis, BUND SH)

Was treibt Dich an?

Die Natur und das Klima zu schützen ist mir schon seit meiner Jugend ein Anliegen. Durch mein Studium im Bereich der Raumentwicklung bin ich dann noch einmal besonders auf das Problem des Flächenverbrauches gestoßen. Ein Problem, das drastische Auswirkungen auf Klima, Wasser und unsere Böden hat und leider immer noch viel zu wenig Beachtung findet. Gerade deshalb habe ich mir diesen Aspekt einer nachhaltigen Entwicklung zu meinem Thema gemacht. Ein großes Glück ist, dass der BUND Landesverband in Schleswig-Holstein das genauso sieht und ich hier eine berufliche Heimat gefunden habe, in der ich mein Herzensthema einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen kann.

Kann man Dich oder das Projekt unterstützen?

Ich freue mich immer über tolle Beispiele aus der Praxis, die jetzt schon zeigen, was möglich ist, wenn das Problem erkannt wurde und der Wille da ist, etwas Neues anzustoßen. Wer Interesse an einem Austausch oder Gesprächen über das Projekt oder das Thema Flächenverbrauch allgemein hat, kann sich sehr gerne bei mir melden.

Kontakt:

Merlin Michaelis

Mobil: 0152 25900312
Erreichbarkeit: Mo.–Fr. von 10:00–16:00 Uhr

E-Mail: merlin.michaelis(at)bund-sh.de

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