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Erosion

Bild: Niko Martin – media production for the good

In der vergangenen Woche wurden wir  von einem Regenschauer überrascht, der innerhalb von wenigen Minuten die Feldwege entlang der Weinberge  in einen Bach und Schlaglöcher in einen See verwandelte. Die rotbraune Farbe des Wassers ist ein typisches Zeichen für Wassererosion. “Erosion ist der schleichende Verlust von fruchtbarem Boden” beschreibt das Umweltbundesamt. 

Humusverlust

Seit 2000 wird in Niedersachsen die Bodenerosion auf gefährdeten Ackerflächen gezielt beobachtet. 2018 stellte man fest, dass der geschätzte Bodenverlust duch Ausspülungen auf Erosionsgefährdeten Flächen im Jahresmittel bei fünf Tonnen pro Hektar liegen. (Aus: Schwinn, Florian 2019: Rettet den Boden – Warum wir für den Boden unter unseren Füßen kämpfen müssen, Westendverlag: Frankfurt/M)

5 Tonnen nährstoffreiche Humusschicht, die jährlich von den Äckern auf Straßen, in Gewässer und Kanalisation gespült werden. Damit sinkt die Fruchtbarkeit der landwirtschaftlichen Flächen merklich, die Wiederherstellung des Humusgehalts dauert Jahre, je nach Umgebung und Bodenbehandlung jahrzehnte, Jahrhunderte oder gelingt gar nicht mehr.

wasserabweisender Boden

Böden sind dann besonders erosionsanfällig, wenn sie am Hang liegen, hauptsächlich sandige und schluffige Bodenbestandteile vorkommen,stark verdichtet und trocken sind, längere Zeit unbegrünt sind und die Versickerungsfähigkeit verringert ist. Untersuchungen der FU Berlin ergaben, dass sich die Versickerungsfähigkeit des Bodens schon durch erhöhte Anzahl negativer Einflussfaktoren stark verringert. Die Forscher um Prof. Rilling untersuchten, welche Einfluss eine ganze Battarie von negativen Einflüssen auf den Boden, sein Leistungsfähigkeit und die Artenvielfalt der Bodenlebewesen haben.  Negative Faktoren wie  Trockenheit, Verdichtung, Mikroplastikeintrag, Düngung usw kommen in der Realität oft gleichzeitig vor. Werden aber in der Regel einzeln auf ihre Wirkung im Labor getestet. Durch die Erhöhung der Zahl der Einflussfaktoren konnte man feststellen, dass allein die Anzahl der negativen Einflüsse zusätzliche Effekte auf den Boden hat, die anhand der Wirkung einzelner negativer Faktoren nicht erkennbar war. Mit der Erhöhung der Zahl  negativer Einflussfaktoren wurde der der Boden zunehmend wasserabweisend.. Eine spannende Erkenntnis, die besonders in der Erosionvorsorge wichtig ist. 

Zum englischen paper der Forschungsgruppe geht es hier:

Digitaltipp: Eine Zusammenfassung der Ergebnisse für alle, die des Pfälzischen mächtig sind: Prof. Rilling erklärt als Exil-Pfälzer seine neuesten Forschungsergebnisse unter “Rilling erklärt Boden – uff pälzisch” sehr anschaulich und oft witzig. Hier gehts zu seinem youtubekanal

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